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Aegis Blog

Ein Kartenhaus bauen

Ein Kartenhaus bauen

Als Kinder war es für uns etwas richtig Tolles, eine Sache in 2-D in eine 3-D Sache zu verwandeln, eben das klassische Kartenhaus, eine interessante Form der Kunst, die aber keinerlei Nachhaltigkeit besaß. Dinge einfach zusammen zu setzen, ist niemals so einfach, wie es ausschaut. Bei allen Herausforderungen, die Industrie 4.0 an uns stellt und die die Fertigungswelt aktuell auf den Kopf stellt, und auf eine gute Art und Weise, wie ich anmerken möchte, werden wir aktuell mit Lösungen konfrontiert, die auf Biegen und Brechen zusammengesetzt werden, durch Akquisitionen oder auch Partnerschaften und die uns dann im Anschluss als die Lösungen von morgen verkauft werden. Das ehemalige Kind in uns weiß genau, was als nächstes passieren wird.

Viele von uns betrachten Software als etwas sehr Flexibles. Wenn wir nur ganz winzige Änderungen vornehmen, haben wir plötzliche eine ganze App verändert, und sie verfügt mit einem Mal über Fähigkeiten, die sie vorher einfach nicht hatte und die ihr auch einen Mehrwert bescheren. Die Entwicklung von Software muss so viel einfacher sein, als die Erstellung von physischer Hardware bei der so viele Einzelteile zusammengebaut werden müssen, um am Ende ein Produkt zu ergeben, welches sowohl den Nerv der Zeit trifft, nützlich ist und gleichzeitig in der Lage ist, seine Lebenserwartung zu erfüllen. Wir wissen alle, wir schwer das ist. In der Industrie herrschen vornehmlich zwei Denkansätze in Bezug auf den Lebenszyklus von Softwareplattformen vor und es ist wichtig, die Unterschiede einmal verstanden zu haben.

Der erste Denkansatz ist die “old-school”, die immer noch einen Großteil der heutigen Software repräsentiert. Jeder, der eine Ahnung davon hat, wie man Software entwickelt, kann ganz einfach eine App erstellen, die sich dann dank millionenfacher Downloads verkaufen lässt. Das machen die meisten jedoch nicht. Der Gedanke, der hinter der Software steckt, ist natürlich der Erfolg, der mit jeder Softwarebemühung angestrebt wird. So ziemlich jedes Software Entwicklungsteam wird sich genau mit diesem zentralen Gedanken an die Arbeit machen, nämlich mit der Idee, wie ihre Software für die ausgewählte Zielgruppe „die Welt verändern wird“. Das ist ganz typisch für alle kommerziellen Lösungen in der Fertigung und auch für alle “selbstgemachten“ Systeme. Das besondere Bedürfnis, das aus der Ecke der Produktion oder von den Technikern kommt, kann mit einem relativ simplen Computersystem befriedigt werden. Oftmals gibt es an diesen Systemen auch wenig auszusetzen. Sie sind effizient, stabil und machen den ihnen zugedachten Job auch gut. Heutzutage gibt es in den meisten Fertigungsbetrieben eine Menge Beispiele für genau diese Art von Software, beginnend bei den einfachsten Lösungen, die In-House entwickelt wurden bis hin zu den bekanntesten ERP Lösungen. Genau hier hört der Spaß aber auf. Es wird immer die Zeit kommen, wenn neue Anforderungen um die Ecke biegen und das ist dann für jeden ärgerlich. In unserem Beispiel ist das die Industrie 4.0. Plötzlich muss unser ERP System nämlich mit den Maschinen kommunizieren, unsere Management-Tools an der Produktionslinie sind auf ein Qualitätsfeedback angewiesen und Planungssysteme müssen die Feinheiten verstehen, die sich hinter der automatisierten Oberflächenmontage verbergen, Software für die Materialrüstung müssen die erforderliche Traceability Stufe 4 und Just-In-Time Materialien unterstützen. Es ist plötzlich nötig, dass ein Datenaustausch zwischen Maschinen stattfindet. Genau an diesem Punkt steigen die „old school“ punktgenauen Lösungen aus. Natürlich kann man zusätzliche Software entwickeln, die in die Originalsysteme integriert werden kann oder es können sogar zwei Systeme oder Technologien zusammen in einer Partnerschaft integriert werden, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Der Punkt ist allerdings, dass mindestens eines dieser Einzelteile, die da zusammengefügt werden, niemals dazu gedacht war mit dem neuen Stück zusammenzuarbeiten. Genau das stellt nämlich das Problem dar. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass in Daytona Einer auf die Idee käme, ein Auto müsse jetzt doppelt so schnell fahren und ein Anderer schlägt einfach vor, man verbaut zwei Autos zu einem. Denn zwei Motoren, doppelte Kraft, oder? Die Marketingleute laufen zur Hochform auf, „wie flexibel dieses Auto ist mit seiner Allradsteuerung, Achtradantrieb mit eingebauter Redundanz und Widerstandsfähigkeit? Diese Idee sollte man Ford einmal vorschlagen!“ (dem Anderen). Hört sich zunächst lächerlich an, aber genau so funktioniert die Softwareindustrie für viele, da werden einfach Lösungen zusammengeschraubt als wären sie einfache physische Einheiten, und in Wirklichkeit kommt einfach nur ein ganz erbärmlicher Kompromiss dabei heraus. Aus technischer Sicht ist es immer ein Armutszeugnis einfach Lösungen aneinander zu flicken um eine Lösung für irgendein Problem zu finden und Software bietet hierbei keine Ausnahme. Wer kann schon noch diesen ganzen Dschungel an Kompromisslösungen überblicken, wenn die Komplexität sich unter der Software-Kapuze verbirgt?

Der zweite Denkansatz. Evolution ist nicht einfach nur ein simpler Fluss, der zunehmend Verbesserungen mit sich führt. Kaizen Aktivitäten in der Herstellung haben das bereits hinlänglich bewiesen. Die großen Vorteile aus den Kaizen-Projekten zeigen ganz deutlich das Gesetz der sinkenden Erträge. Es kommt immer der Punkt, an dem sogar die ausgefeiltesten Prozesse „neu erfunden“ werden müssen. Das Gleiche trifft auch auf Software zu. Die Bits und Bytes werden im Alter nicht schlechter, aber die Absicht, mit der sie einst erstellt wurden, die verändert sich. Ähnlich wie bei den „zusammen gebastelten“ Ansätzen kommt einfach irgendwann einmal die Zeit etwas komplett Neues zu bauen, das dann auch den neuen Anforderungen entspricht. Ob Sie nun wollen oder nicht, die Industrie 4.0 stellt unser grundlegendes Denken, wie die Herstellung funktioniert einfach auf den Kopf. Die Geburtsstunde der industriellen Revolution ist gleichzeitig auch die Geburtsstunde von Software, die eine intelligente Computerisierung bietet. Die Anforderungen und die Erwartungen, die mit Industrie 4.0 an die Fertigungssoftware und die Umgebung der digitalen Kommunikation gestellt werden, ist um ein Vielfaches größer als damals, als man eine punktgenaue „old school“ Lösung entwickelt hatte. Es gibt das Bedürfnis nach wirklich ganzheitlicher Unterstützung in jedem Aspekt des Produktionsbetriebs, der heutzutage einfach riesige Datenmengen erzeugt und auch verbraucht. Wenn Sie die Art und Weise kontrollieren möchten, wie ein moderner Prozess abläuft, dann müssen Sie die Daten kontrollieren. Nicht mehr einfach nur Daten, sondern „Big Data. Das bezieht sich nicht zwangsläufig auf deren Umfang, sondern auf vielfältige komplexe Datensätze. Eine Kombination von Daten aus den Bereichen Anlagennutzung, technischem Wissen und Produktwissen, Material und Lieferkette, Qualität, Werkzeuge, Menschen sowie hunderter verschiedener Spezialmaschinen erfordert einfach die nächste Lösungsgeneration. Diese Lösung muss die gesamte Bandbreite der Fertigungsprozesse umfassen, beginnend bei dem Rohmaterial bis hin zum Versand und muss auch in der Lage sein, die Feinheiten aus Spezialgebieten, wie SMT, mit abzudecken.

Ich bin davon überzeugt, dass FactoryLogix in die Geschichte der Fertigungsindustrie eingehen wird, als das größte Beispiel eines Technologiesprungs weg von der old-school hin zur new school. FactoryLogix ist von Grund auf entwickelt worden und basiert auf über 20-jähriger Erfahrung in den Bereichen Fertigung und Systemen. Gleichzeitig ist es aber auch etwas so komplett Neues, dass es auch die voraussichtlichen Erwartungen erfüllt, die Industrie 4.0 in den nächsten 20 Jahren an die Fertigung stellen wird. Jeder Techniker, der mit dem Prinzip der Parsimonie vertraut ist, wird den Wert konsolidierter, weniger komplexer Lösungen und der sich hieraus resultierenden Möglichkeiten zu schätzen wissen. FactoryLogix und das einzigartige Design sind ausschließlich aus dem Glauben daraus entstanden. Eine einzige Plattform, eher ganzheitlich als integriert, eher „Big Data“ als „Schnittstelle“, völlig unabhängig von externen Technologien, die dann auch extern oder auch aus potentiell unzuverlässigen Partnerschaften bestehen können.

Natürlich kann es in 20 Jahren soweit sein, dass FactoryLogix, welches sich proaktiv entwickelt und immer weiter verbessert wird, um den sich ändernden Anforderungen gerecht werden zu können, die die Industrie stellt, und das die Wettbewerbsfähigkeit und die Effizienz in der Fertigung auf einzigartige Weise steigert, selbst irgendwann einmal „old school“ wird und dann die nächste Generation von Software-Technologie ausruft. Warum sollten Sie sich allerdings bis es soweit ist, mit nur zusammengeschusterten Lösungen aus der Vergangenheit zufriedengeben, die aus einzelnen Softwarestücken wie ein Kartenhaus einfach aufeinandergestapelt wurden? Die Industrie braucht Hilfe, um Industrie 4.0 in den Griff zu bekommen und braucht dazu eine ausbalancierte, gut durchdachte moderne Lösung, die dafür entwickelt wurde eine Plattform für Industrie 4.0 Lösungen zu bieten und diese einer breiten Masse in der Montagefertigung und den Spezialgebieten wie SMT zugänglich zu machen.  FactoryLogix.



Karen Moore-Watts

Marketing Manager, Europe

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